Mittwoch, 14. August 2013

Die, die mit den Tieren reden

Es lebten einst zwei junge Indianer, die sehr verbunden mit Mutter Erde waren. In ihrem Stamm war diese Verbundenheit eins der wichtigsten Gebote. "Geht und erkundet die Natur und alles was der große Geist in ihr geschaffen hat!" würde die Stammesmama ihnen sagen. "Seid respektvoll gegenüber jedem Geschöpf, nehmt nichts mit außer Erinnerung und hinterlasst nichts außer eurer Fußspuren."


Und so verbrachten die jungen Krieger täglich viel Zeit draußen in der Natur. Sie beobachteten, sie erkundeten, lauschten und sie lernten. Mit der Zeit eigneten sie sich eine besondere Gabe an. Sie kommunizierten mit den Bewohnern des Waldes. Oftmals machten sie eine Runde durch den Wald und besuchten ihre Tierfreunde. Die Tiere dankten den jungen Indianern damit, dass sie ihnen immer etwas lehrreiches mit auf dem Weg gaben. Denn auch sie, als Geschöpfe des grossen Geistes, hatten den Jungs viel zu lehren.

Der Wolf "Knickohr" war einer ihrer Lieblingsfreunde. Als die jungen Krieger ihn besuchten, ließ er sie folgendes wissen: "Wir  sind alle Teil eines Rudels, und unsere wahre Groesse und Stärke kann sich nur im Miteinander entfalten. Jeder hat seine spezielle Gabe und seinen Platz, und nur wenn wir zusammenhalten und zusammen arbeiten können wir überleben." Die Jungen bedankten sich, und machten sich auf zum nächsten Tier.


Eine Wildschweinfamilie kreuzte ihren Weg. Die Indianer warfen ihnen freundlich ein paar Eicheln zu. Als Dank ließ die Muttersau sie wissen: "Manchmal muss man unermüdlich graben um die Dinge die tief verborgen waren ans Licht zu holen." "Und", sagte sie schmatzend weiter, "beschütze Deine Familie mit all deiner Kraft!". Die Jungen bedankten sich, und machten sich auf zum nächsten Tier.



Der Luchs sonnte sich gerade auf einem Fels, als sie an ihm vorbei kamen. Sich streckend, sagte er: "Wisset, dass es auch Zeiten gibt in denen es wichtig ist den Weg alleine zu gehen und sein Revier ab zustecken. Sich nicht in die Enge treiben zu lassen und dass es manchmal vielleicht sogar nötig ist etwas Krallen zu zeigen." Die jungen Krieger nickten verständlich, und bedankten sich für den Rat.


Sie entschlossen eine kleine Rast zu machen und setzen sich nieder. Doch während sie so sassen und sich ausruhten, hörten sie das Knacken von Ästen und Zweigen auf dem Waldboden und hinter dem Bäumen traten neue Freunde hervor:




Es war eine Weile her, dass die Kinder die Rehe gesehen hatten, und so wurde sich erstmal ausgiebig "Hallo!" gesagt.


Dann trat der mächtige Hirsch hervor und bat seinen Rat an: "Vergesst nicht, leise aufzutreten in Eurer Reise durch dieses Leben,  und stets feinfühlig mit euren Artgenossen umzugehen. Und selbst wenn ihr euch manchmal vor etwas scheut, so wagt euch doch immer wieder von der sicheren Dickicht-grenze hinaus in Freie, so dass man euch in eurer ganzen Groesse sehen kann. "

 
Und schon war er wieder hinter den vielen Bäumen verschwunden. Die jungen Krieger waren dankbar für all den Rat den sich von ihren tierischen Freunden erhalten hatten. Sie wussten nun, dass viel Freude im gemeinsamen Umgang zu finden ist.

                "Aber jetzt", sagte das Reh zum jungen Krieger, "lass uns endlich spielen!" und schon sprang es los.



Und so verbrachten die Kinder noch viele Stunden spielend mit ihren tierischen Freunden. Immer auf der Suche nach neuen Abenteuern und lehrreichen Momenten.


P.S. Die Stammesmama möchte sie recht herzlich bei den Tieren des Naturwildparks für die wunderbaren Momente und herrlichen Fotomöglichkeiten bedanken ;o)



Kommentare:

  1. Hallo Stammesmama!
    Das hast du wunderbar geschrieben - warst du bei Yakari & co zur Fortbildung? ;-)
    Das LandEi

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  2. Liebe Stammesmama,

    da hattet ihr einen wundervollen Tag bei unseren Brüdern, den Tieren.
    Schön!

    Liebe Grüße
    Nula

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