Mittwoch, 21. August 2013

Gedankenspiel

Hallo ihr Lieben! Da ist heute Mittwoch und eigentlich wollte ich mit euch neue Tagesschnipsel teilen, aber meinereiner hat vergessen das Kamerakabel mitzubringen. Ich bin derzeit im wunderschönen Spessart, wo ich mit beiden Jungs für ein paar Tage meine Tante besuche. Es tut uns gut. Sehr gut. Einfach mal raus aus limitierenden 58qm und rein in ein großes luftiges Haus mit Garten, das viel Platz zum toben und auslassen hat.
Einer der Hauptgründe, dass ich mich wieder dazu entschlossen haben einen Blog zu führen, war um unseren Neuanfang mit all seinen Höhen und Tiefen festzuhalten. Einen Weg zu haben, die vielen Gedanken zu sortieren und durch deren Niederschreiben Raum zu machen für Neues. Neues Mut fassen, neues Loslassen, neues Orientieren, neues Einlenken und neues Voranschreiten. So viele kleine Neuanfänge stecken plötzlich in unserem Alltag. Innerhalb von 5 Monaten sind wir von einem 240qm Haus mit Garten, auf ein 120qm Haus mit Minigarten (für 3 Monate) und nun eine 58qm kleine Wohnung, in der 6 Personen leben, umgezogen. Ich mag es klein und schnuckelig, und bin froh unser großes Haus los zu sein, aber so klein hat sich nun doch als Herausforderung gezeigt.
Nicht nur für meine Jungs, die einfach so wesentlich mehr Raum gewohnt sind zum Spielen, sondern auch für diese Mama hier. Ich bin ja von Natur aus eine Person, die ihre regelmäßige Rückzugsmoeglichkeiten einfach braucht. Ohne - das geht nicht lange gut! Sicherlich versuch ich den Mangel an innerlichen Raum, durch viel Toben in der Natur auszugleichen - aber das mag auch nur bis zu einem Punkt gelingen. Ehrlich gesagt, hab ich richtig Bammel vor dem Einzug des Winterwetters und des Uhrenzurückdrehens. Wenn uns weniger kostbares Tageslicht und Wärme zu Verfügung steht, um der räumlichen Enge zu entgehen. Und ja, "I won't sugarcoat it" wie man so schön in Amerika sagt: mit so viel Leuten auf engem Raum, da gibt es natürlich auch Spannungen. Nicht wirklich schön, aber eine Sache mit der man nun mal rechnen muss.

Es hilft sicherlich auch nicht, dass ich meinen Mann wirklich mega-tierisch vermisse...wirklich ganz ganz arg. Jedesmal wenn wir etwas unternehmen, was Bestimmtes sehen, muss ich daran denke, wie sehr ihm dies jetzt gefallen würde. Auch an den Kindern merke ich mehr und mehr, wie sehr der Daddy doch in unserer Mitte fehlt. Wir sind nun mal keine Familie ohne ihn, und alles ist nur halb so schön. Ich bin nur froh, dass unser Getrenntsein ab nächste Woche Freitag ein Ende haben wird. Und ich bin mir sicher, es werden reichlich Tränen meinerseits fließen, wenn ich ihn vom Flughafen abhole. Kann man eigentlich nach fast 10 Jahren des Zusammenseins noch mehr in seinen Mann verliebt sein als am Anfang? :o)

Tja, und nun wo mein Mann wirklich unsere letzten Zelten in Amerika abbricht, da kommt mich doch nochmal dieses mulmige Gefühl besuchen. Schaffen wir das alles so wie wir es gerne hätten? Wie lang werden wir Anspruch nehmen müssen, bei meiner Mutter zu wohnen? Was wenn sich jobmässig nichts tut?  Normale Ängste die mit so einem Unterfangen einfach kommen. Ich muss einfach Zuversicht darin finden, dass wir uns so gut es uns möglich war, auf die kommenden Zeit vorbereitet haben.Wir haben keine Präferenz wenn es darum geht, wo wir letztendlich ab enden, dies überlassen wir dem Schicksal. Wo immer der passende Job wartet, da werden wir hingehen.
Derzeit spielen wir mit einer gedanklichen Deadline bis November/Dezember und falls sich dann noch nichts getan hat, werden wir ein älteres Thema in Betracht ziehen. Einen Umzug nach Norwegen. Wir hatten schon mal mit dem Gedanken gespielt, weil wir wissen dort werden Leute wie mein Mann händeringed gesucht und es wäre eine ganz schnelle Sache einen Job für ihn dort zu bekommen. Momentan hoffen wir natürlich alles klappt hier in Deutschland, aber falls nicht, haben wir Norwegen sozusagen als unseren Joker. Die Idee wäre erstmal für 3 Jahre zu gehen, bis der Älteste mit der Grundschule fertig ist und es dann ggf. nochmal zu versuchen. Aber abwarten, momentan sind das alles nur kleine Ideen hier und da mit denen wir ein wenig herum spielen, einfach um unsere Gemüter mit dem Gewissen zu beruhigen, das wir keinesfalls zum kompletten Scheitern verurteilt sind. Norwegen würde uns als Naturliebhaber natürlich sehr reizen, und Norwegen soll unwahrscheinlich Familienorientiert zu sein...haha, wir sind solche Globetrotters..wir können es scheinbar einfach nicht lassen ;o)

Also ihr seht, es bleibt spannend und abzuwarten wo es uns letztendlich in den nächsten Monaten hin verschlägt. Danke, dass ich mir hier mal ein wenig Luft machen durfte!


Bis bald!




Kommentare:

  1. Liebe Angela,
    deine Sorgen und Empfindungen kann ich zum Teil gut nachvollziehen. Noch vor ein paar Jahren standen wir vor ähnlichen Barrieren, und hatten keine Ahnung, wohin der Weg uns führt.
    Solche Zeiten verlangen einem sehr viel Kraft, Verständnis füreinander und Mut ab. Aber sie gehen vorbei. Die Liebe zueinander und eure positive Lebenseinstellung werden euch ganz bestimmt leiten. Ich weiß nicht, ob es auch dir hilft, aber mich hat letztlich mein Gottvertrauen immer wieder gestärkt.
    Alles Liebe,
    Birgit

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    1. Danke, liebe Birgit. Deine Worte tun sehr gut :o) Du hast recht, diese Zeiten gehen auch vorbei. Und so genieße ich sie besser, mit allen drum und dran. Gottvertrauen hat mich schon durch viele ähnliche Situationen getragen. Ohne, wäre es sehr schwer :o)

      Liebe Gruesse,
      Angela

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