Donnerstag, 6. Februar 2014

Schubladen

Nach langem Überlegen, veröffentliche ich heute dieses Post. Was ich hoffe, ist ehrliche und vor allem taktvolle Meinungen zu hören, Anstoß und Anregung zu geben und anderen die die Dinge vielleicht ähnlich sehen, wissen zu lassen, dass sie nicht alleine sind. Wie man so schön in englisch sagt- you are enough!- genauso wie Du in diesem Moment bist. Herzlichst, Angela


Viele Gedanken, oh so viele Gedanken, sind in den letzten Woche durch meinen Kopf geschwirrt. Selbstzweifel, Zukunftsängste, Unverständnis, Wut und Enttäuschung...ein bunter Mix an Emotionen. Ich weiß nicht genau warum, aber in den letzten Wochen fühlte ich urplötzlich einen unwahrscheinlichen Druck auf mir. Ich war beinahe wie besessen mit dem Gedanken, dass ich Arbeit finden muss, und wie ein anständiges Mitglied unserer Gesellschaft, Geld verdienen muss. Es mag vielleicht an den Blicken liegen die ich kassierte, jedesmal wenn ich gefragt wurde was ich derzeit beruflich mache. Es half natürlich nicht, dass bei der online Suche nur Mini-job Anzeigen für Putzstellen oder Regale auffüllen zu sehen waren. Je mehr ich suchte, umso deprimierter wurde ich. Um so mehr kam der schleichende Gedanke auf, ist das alles?? Ist das alles was man mir noch anzubieten hat? Hier ist die Wahrheit: ich habe kein Interesse daran Vollzeit zu arbeiten. Ja, ich gehöre zu der aussterbenden Art von Mutter, die es als wichtiger empfindet, dass jemand am Nachmittag zu hause ist, wenn die Kinder kommen. Das ist mein Vollzeitjob. Ich möchte mich nicht gezwungen fühlen, eines oder beide meiner Kinder in eine Nachmittagsbetreuung zu geben, nur um den vorgegebenen Zeiten eines Arbeitgebers gerecht werden zu können. Meine Kindheit war das perfekte Beispiel, wie es ist wenn niemand am Nachmittag zu hause ist. Schule, danach Hort und dann selbst um 5 Uhr Nachmittags immer noch in eine leere Wohnung zu kommen und dort 10 DM für McDonalds, und somit mein Abendessen vor zu finden. Diese Situation hat über die Jahre variiert, aber ich erinnere mich genau daran wie sehr ich es genossen habe, wenn ich nach der Schule zu einer Freundin mit nach Hause gegangen bin und dort die Mutter Mittagessen gekocht hatte und mit uns am Tisch saß und aufmerksam zuhörte und auch Fragen stellte.
Selbiges möchte ich meinen Kindern bieten. Sicherlich wird sich die Art und Weise wie sie mich brauchen mit den Jahren ändern, aber dennoch finde ich es wichtig, dass sie wissen und sehen...da ist jemand. Ich weiß, bei vielen Familien geht es nicht immer anders...meine Mutter war selbst viele Jahr allein erziehend. Ich bin mir auch bewusst, dass manch andere einfach auch gerne arbeiten und den Anschluss nicht verlieren wollen. Und all das ist auch okay. Was ich so traurig finde, ist dass wenn man sich aber anders als die Masse entscheidet, man in Schubladen gesteckt wird und scheinbar weniger gut ist als der Rest. Ich habe den Fehler gemacht und mal gegoogelt "Ist es so schlimm einfach nur Mutter sein zu wollen?" und fand mich in einem Forumsthread wieder. Jetzt wünschte ich, ich hätte diesen nie gelesen. Warum sind wir Mütter eigentlich manchmal so grausam zu einander? Warum dieser Wettbewerb? Warum kann man sich nicht einfach darauf einigen, dass Jeder so leben kann wie er will, ohne dass man sich deswegen schlecht fühlen muss?


Diese arme Mutter, die es wagte oben genannte Frage öffentlich zu stellen, würde dermaßen auseinander genommen, es war herzzerreißend! Als Schmarotzer wird man da bezeichnet, weil man ja kein Geld ins System bringt und sich von seinem Mann haushalten lässt, schämen sollte man sich vor seinem arbeitenden Mann, ob man Applaus und eine Medaille erwartete, weil man Hausfrau spielt? Da wurde sich gebrüstet von den arbeitenden Müttern, wie sie all das und mehr leisten, wie es den Kindern überhaupt keinen Abbruch tut so viel allein zu sein, sondern zur Selbstständigkeit erzieht und so weiter. Bevor ich diesen Thread las, kreisten meine Hauptgedanken mehr um Rente und Absicherung, aber nun hatte ich einen ganz neuen Schwung an so genannten Gründen warum ich den bloß schleunigst ins System zurückkehren sollte. Ich hatte keine Ahnung, dass es so verhöhnt ist, sich hauptsächlich seiner Familie widmen zu wollen! 1:0 für Amerika, dort hab ich diesen Druck nie gespürt!
Ich kämpfe innerlich sehr mit dem System. Ich konnte es noch nie verstehen, wie man von einer 16 oder 18 jährigen Person erwarten kann, einen Beruf auszuwählen, den man dann für den Rest des Leben machen soll. In diesem Alter wusste ich kaum wer ich selber bin, geschweigeden was mir wirklich Freude bringt. Und selbst das was mir Freude brachte, wurde auch oft nieder geredet, weil immerhin waren das keine Berufe die monatlich große Summe auf mein Konto bringen würden. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber heute wüsste ich eine Menge Berufe die mir wirklich Freude bringen würden, die mich aber vor 20 Jahren überhaupt nicht interessiert hätten. Ein Mensch wächst doch über die Jahre in seiner Entwicklung und somit auch seine Vorlieben und Interessen. Warum wird es einem dann hier so schwer gemacht, Berufe zu wechseln? In Amerika ist das gang und gäbe, und es ist sehr normal das Leute in ihren Dreißigern, Vierzigern nochmal aufs College gehen und sich neu orientieren. Es ist doch selten der Fall, dass ein Job einen fürs Leben ausfüllt.

Nun ist mein Fall grundsätzlich ein wenig anders, weil ich mit 25 Jahren nach USA gegangen bin, dort etwas als Kellnerin gejobt habe, ehe ich zwei wundervollen Jungs das Leben schenkte und mich in den letzten Jahren ihrer Erziehung gewidmet habe. In Amerika gibt es keine öffentlichen Kindergärten, Kinderbetreuung dort kostet ungefähr das Dreifache! Mein Mann war in all den Jahren immer in anderen Ländern oder einer anderen Stadt am arbeiten und kam nur alle paar Wochen, oder am Wochenende nach Hause. Ich hatte keine Familie dort...ich war der alleinige Care taker meiner Kinder. Es wäre als nahezu unmöglich gewesen für mich in diesen Jahren zu arbeiten und hätte aus finanzieller Sicht allein, überhaupt keinen Sinn gemacht. Es ist aber natürlich nicht so, dass ich grundsätzlich nicht arbeiten will. Im Gegenteil, ich würde gerne ein paar Stunden in der Woche etwas leisten, aber ich möchte, dass es etwas ist das mir Freude bringt und mich nicht zwingt Abstriche in Sachen Familie zu machen. Etwas das zu viel verlangt ist, wie viele sagen. Ich war so so happy, als ich dann die Welt der Massage entdeckte und mich bei einer Schule einschrieb und über die nächsten 2 Jahre immer wieder mal an Kursen teil nahm und somit auf mein Staatszertifikat hin arbeitete. Es ist ein Beruf der mir wirklich Freude bringt, vorallem weil Energie-Arbeit in diesen Kreisen sehr offen gegenüber gestanden wird und viel Anklang und Verwendung findet. Die Nachfrage für Massagen ist, anders als hier in Deutschland, sehr groß in Amerika, und so war es kein Problem mich mit einer mobilen Praxis selbstständig zu machen und meine eigenen Arbeitszeiten zu regulieren. Glücklicherweise waren vieler meiner Kunden Hauptsächlich an Reiki interessiert und ich werde nie das unsagbare Glücksgefühl vergessen, als ich das 1.Mal eine bezahlte Session an einem Kunden vollbrachte. Ich war so glücklich etwas zu machen, dass ich wirklich liebte. Und sorry, ein Bürojob hat mir nie so ein Gefühl vermittelt. Leider sehen die Jobmöglichkeiten hier diesbezüglich gar nicht gut aus.


Ich bin absolut überzeugt von dem Gesetz der Anziehungskraft und ich wusste, ich tue mir nichts Gutes bei all meinem negativem Denken. Und so entschloss ich mich vor kurzem, dem einen Riegel vorzuschieben. Denn die Wahrheit ist, ich muss nicht ins System passen. Ich weiß es geht auch anders und anstatt mich verrückt zu machen darüber was andere von mir aufgrund meiner Entscheidung denken mögen, versuchte ich die Tatsache, dass ich diese Freiheit habe, zu zelebrieren und zu genießen. Ich weiß, dass der Fakt ob ich derzeit einen Job ausübe oder nicht, mich nicht als Person definiert. Und ich weigere mich, mir von der Gesellschaft anderes einreden zu lassen!

Ich weiß, ich habe noch vieles zu geben, und werde so tun wenn die Zeit reif ist. Ich lerne weiterhin, verfolge neue Ziele. Ernaehrungsberatung, Heilpraktiker, ein eigenes kleines Massagestudio....wer weiß, was die Zukunft für mich bereit hält. Innerhalb weniger Tage, nachdem ich bewusst aufhörte mich schlecht zu machen und stattdessen zu affirmieren, dass der richtige Job letztendlich irgendwie zu mir findet, lernte ich eine Tierärztin kennen, deren Pferde ich an ein paar Tagen in der Woche versorgen und reiten werde. Während unseres Gespräches bei einer Tasse Tee, bot sie mir dann an in naher Zukunft in Form eines Minijobs in ihrer Praxis zu arbeiten! In der Zwischenzeit versuche ich einen Teil meiner freien Zeit für was Gutes zu verwenden und werde bald ehrenamtlich bei einer Behinderteneinrichtung tätig sein.

Den Punkt den ich versuche zu machen ist: jeder sollte die Freiheit haben, seine Leben so zu leben wie er möchte, so lange er niemand anderen dabei schadet. Menschen täten gut daran, Andere nicht danach zu beurteilen was ihr sozialer Status ist, sondern nach dem was sie als Mensch ausmacht. Nicht ein und derselbe Weg funktioniert für alle....das sollte man spätestens bei dem Schulsystem feststellen. Es gibt so Einiges das verbesserungswürdig wäre in den oben genannten Bereichen.
Denn ich bin mir sicher, selbst wenn ich z.b. einen Minijob in einer Bäckerei oder Ähnliches hätte, gäbe es immer noch die Menschen die darüber spotten würden, für die das nicht genug wäre. Heutzutage muss es anscheinend alles oder gar nichts sein: die fette Karriere machen und die Kinder mal eben so nebenher erziehen, wenn Kinder denn überhaupt noch erwünscht sind. Mein Cousin (27) erzählt mir immer wieder wie geschockt er ist, dass wenn er ein Date hat, ihm die Mädels manchmal am ersten Abend ein "Ich will keinen Kinder haben! Ich will Karriere machen!" um die Ohren knallen.  Es macht mich nachdenklich...so ein Denken, so ein Verhalten.

Aber dann wiederum, räume ich jedem ein sein Leben so zu leben wie er möchte...ich wünschte mir nur, die selbe Toleranz würde für alle gelten.

Kommentare:

  1. Puh, da hast du dir aber einiges von der Seele geschrieben ;-) Gut so! Also ich habe zwar keine Kinder, gehe ganztags arbeiten, aber ich kann dich verstehen und würde mir an deiner Stelle von niemandem ein schlechtes Gewissen einreden lassen. Das erfordert vermutlich etwas Übung und ein dickes Fell, aber wenn du dir mit deinem Mann einig bist, dass eure Art zu leben für euch so gut und richtig ist, dann pfeif auf die Meinung anderer!
    Bei uns zum Beispiel muss mein Mann nie mit zum Einkaufen kommen. Ich erledige das lieber alleine und es stresst mich, wenn er mitkommen würde. Ich brauche ihn nicht, wozu?! Freunde von uns waren geradezu empört, dass mein Mann beim Einkauf nicht helfen muss ... Zuerst habe ich mich noch gerechtfertig, warum wir das so handhaben, aber irgendwann habe ich gedacht, ihr könnt mich alle mal. Ich gestalte mir mein Leben so, wie ich es will und für mich für richtig halte und lasse mir da von keinem rein reden, egal, was andere denken. Was für andere wichtig ist (meine Freundin fährt kein Auto, da MUSS der Mann mit zum Einkaufen) braucht für mich ja nicht unbedingt Sinn machen. Dafür sind mir Sachen wichtig, die andere Familien vielleicht anders handhaben. Das Beispiel mag banal klingen, aber es zeigt doch, in was für eigentlich unwichtige Dinge sich manche Menschen einmischen ;-)
    Wenn du/ihr nicht auf durch dich dazu verdientes Geld angewiesen seid, du aber noch eine kleine Tätigkeit machen möchtest, dann suche dir doch ein Ehrenamt oder schau mal bei den Volkshochschulen, ob die Englischlehrer oder Lehrer für Massagekurse suchen! Und wenn wieder jemand fragt, warum du nicht arbeiten gehst, dann sag doch einfach. "Du, das habe ich nicht nötig. Mein Mann verdient sooo viel Geld, ich brauche nicht arbeiten gehen. Musst du etwa arbeiten gehen, das tut mir leid ..." Was meinst du, wie schnell die ruhig sind ;-)

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    1. Ha, das waere natuerlich auch eine Loesung ;o) Ja, mir sass das echt auf der Seele, weil ich es einfach ungerecht finde wie schwer es Muettern generell gemacht wird wieder einen Weg ins Arbeitsleben zu finden, ohne dabei groessere Kompromisse im Familienleben machen zu müssen. Und dann dieser fade Beigeschmack, dass man ein Tu-nicht-gut oder faul oder einfach zu bloed ist, wenn man nicht spätestens ab dem Kindergartenalter wieder arbeiten geht. Mein Mann steht 110% hinter mir und sagt ich soll mich nicht damit stressen. Aber Realität ist eben, dass ich hin und hergerissen bin, zwischen dem Gedanken ist es nun nachteiliger die Zeit mit meinen Kindern aufzugeben oder ist es nachteiliger keine Karierre fuer unvorhergesehene Lebenssituationen auf zu bauen. Aber dann wiederum, welche große "Karriere" koennte ich schon auf Teilzeit machen...wenn man denn überhaupt noch ne Teilzeitstelle bekommt. Wir sind zwar recht gut abgesichert, aber ich bin ein zweifaches Scheidungskind, dass heisst ich kenne auch die andere Seite der Medaille. In den Augen der Arbeitgeber bin ich doch mit 35 und zwei jungen Kindern und 10 Jahre weg vom deutschen Arbeitsmarkt, eh nicht interessant. Ich habe mich mal durchs Netz gelesen und es ist traurig, wieviele Mütter Schwierigkeiten haben im Rahmen ihrer Familienverpflichtungen, wieder Fuß im Arbeitsleben zu fassen. Das sich da viele deprimiert und so relativ jung abgestempelt fühlen, ist dann ja nicht verwunderlich.

      Ich dank Dir sehr für Deinen Beitrag!

      Liebe Gruesse,
      Angela

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  2. Liebe Angela,

    ich denke, es ist ganz wichtig, dass du für DICH und ihr für EUCH eine Entscheidung trefft.
    Ich hab immer wieder die Erfahrung gemacht, dass das Internet ein ganz ganz schlechter Ratgeber ist. Da steht so viel Mist drin. Ich glaub, viele Menschen haben überhaupt keine Hemmungen, andere zu beschimpfen, weil sie sich geschützt fühlen in der Anonymität. Ich glaube, wer so stark mit dem Finger auf andere zeigt, vergisst, dass da mindestens drei Finger auf einen selbst zurückzeigen.
    Wenn ich die Möglichkeit hätte, nicht arbeiten zu müssen, würde ich sofort NUR zu Hause sein wollen. Wir haben ein "eigenes" Modell, nämlich dass mein Mann und ich jeweils eine Teilzeitstelle haben. So sind wir beide viel zu Hause auch. Das ist nicht immer einfach, aber es ist der Weg, der im Moment stimmig ist für uns. Trotzdem gibt es viele Menschen, die glauben, sie müssten uns belehren und uns Angst machen, weil wir dann zu wenig Pension bekommen etc. wenn wir doch nur Teilzeitstellen haben. Aber, ganz ehrlich: ich glaube nicht, dass das jetzige Pensionssystem noch gilt, wenn wir so alt sind, dass wir eine beziehen könnten und wer weiß, wie lange wir überhaupt leben. Ich möchte JETZT meine Familie erleben und ein glückliches Leben führen und nicht mir denken: "dann wenn ich in Pension bin, kann ich das ja nachholen" :)
    Alles Liebe!!!! Maria

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    1. Danke, für Deine Zeilen, Maria! Du hast recht...viele Leute scheinen online keine Scheu zu kennen...schade eigentlich. Euer System empfinde ich als eine wirklich gute Alternative, und das mit dem Rentensystem ist ein sehr guter Punkt, den Du da aufbringst. Ich muss immer wieder an diesen Bericht denken den ich kürzlich gelesen haben. Es ging um die 10 Dinge die die Menschen am meisten auf dem Sterbebett bereuen. Nummer 1 war, dass sie zu viel gearbeitet haben und eine andere Nummer war, dass sie sich nicht genug erlaubt haben, glücklich zu sein.
      Ich bin mir sicher, wenn der Tag kommt auf dem ich auf dem Sterbebett liege, werde ich sehr froh sein, diese Entscheidung getroffen zu haben. After all, Zeit mit meinen Lieben ist absolut das Kostbarste was es in dieser Welt geben kann :o)

      Liebe Gruesse nach Österreich,

      Angela

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  3. Liebe Angela, also als erste mal möchte ich dir sagen, das du mit 10 Jahren weg vom Arbeitsmarkt, nicht für alle Arbeitgeber uninteressant bist, denn es gibt ausnahmen, allerdings sind die doch noche ehr selten. Ich habe so einen Arbeitgeber gefunden, allerdings hat mich das auch fast ein Jahr suche gekostet nach meiner Rückkehr und mich fast verzweifeln lassen...

    Leider ist es wahr das hier in Deutschland oft in erster Linie Karriere zählt und Kinder hinten angestellt werden (ob das daran liegt das Kinderbetreuungskosten hier erschwinglicher sind als in den USA und England?).
    Ich bin der Meinung das jeder so leben soll wie er es für Richtig hält ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen warum sein Leben nicht der "Norm" entspricht, diese Toleranz kann man leider nicht von jedem erwarten. Ich habe auf einen hochbezahlten Job verzichtet um genügend Zeit und Energie zu haben einen grossteil meines Essens selber anzubauen und ein "simple life" zu führen und durfte mir öfters anhören wie ich den sowas machen könnte usw.
    Mein Freund und ich warten nun seit etwas mehr als 2 Jahres darauf das der Schwangerschaftstest endlich positiv wird und wenn es dann soweit sein sollte, werde ich mit Sicherheit zu Hause bleiben, weil uns das persönlich sehr wichtig ist das Kinder eine Bezugsperson haben und nicht einfach abgeschoben werden. Leider ist dies auch in unserem Umfeld nicht etwas das auf verständnis trifft, 1 Jahr Pause ja aber mehr auch nicht ist die gängige Aussage.

    So schwer es auch ist, für die Entscheidung wie ihr leben wollt müsst ihr euch vor keinem rechtfertigen, im Gegenteil die Menschen um euch herum müssen toleranter gegenüber anderen Kozepten werden.

    Liebe Grüsse
    Anja

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    1. Liebe Anja,

      natuerlich moechte ich nicht alle Arbeitgeber ueber einen Kamm scheren, da hast Du recht. Leider macht es die Tatsache, dass wir so ziemlich ab von Schuss hier sind und nur in einer relativ kleinen Stadt wohnen, auch nicht so leicht mit einer moeglichen Suche.
      Ich finde es bemerkenswert was Du machst. Es fasziniert mich total, wenn Menschen bewusst "aufs Geld pfeifen", und sich mehr den wirklich wichtigen Dingen im Leben zu wenden. Yay, for you! Ich weiß, ich bin idealistisch und traeumerisch in meinem Denken, aber wenns nach mir ginge, wuerde ich wirklich als Selbstversorger irgendwo im Wald in den Tiefen der Berge leben. Allerdings kann man das ja hier leider total knicken...dafuer muesste ich dann eventl. doch nochmal ueber den Ozean zurueck gehen ;o) Aber immerhin ist ein deutlicher Trend weg von all dem Kommerz und Konsum zu beobachten...das gibt Hoffnung!

      Ich freu mich, nach all den vielen Jahren, nun ein wenig mehr von Dir zu erfahren und ich druecke Dir und Deinem Freund gaaanz fest die Daumen fuer den positiven pregnancy test!

      Alles Liebe,
      Angela

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  4. Liebe Angela,
    ich habe ein mail von einer Leserin deines Blogs bekommen, die dir gern schreiben würde - aber da sie keinen Blog hat, schafft sie es hier nicht zu kommentieren. Sie würde dir gern ein mail schicken, hat mich gebeten, dir das mail weiterzuleiten, das sie mir geschrieben hat, damit du ggf. darauf reagieren könntest. Aber: ich hab keine mail-Adresse von dir hier am Blog gefunden - kannst du mir vielleicht ein mail schreiben, damit ich dir ihr mail weiterleiten kann?
    Alles Liebe! maria

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  5. Ja, sicher..mach ich gern :o) Ich muss mal in den naechsten Tagen mit den Settings rumspielen. Wusste nicht, dass manche nicht kommentieren koennen.

    Alles Liebe,
    Angela

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    1. Kommentieren muesste jetzt fuer alle gehen. Hab das was umgestellt :o)

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  6. Liebe Angela,
    Wie schön, dass man jetzt auch ohne blog hier kommentieren kann. Ich hatte es auch schon versucht...
    Ich bin auch Voll-Zeit-Hausfrau, die einzige weit und breit in meinem Bekanntenkreis. Und das, obwohl meine Kinder schon 14 und 16 sind! Seit der große in den Kindergarten ging, wurde ich gefragt, wann ich denn endlich arbeiten gehen würde... Je nach Tagesform sage ich dann auch so Dinge wie "Ich hab's nicht nötig", wie Malcesine das vorschlug, oder ich sage, dass ich, wenn ich arbeiten gehen würde, ihm/ihr den Job wegnehmen würde, und mein Gegenüber eben dem Staat auf der Tasche liegen würde (wobei ich ja maximal meinem Mann auf der Tasche liege - und an ein Pensionssystem im jetzigen Sinne glaube ich ebenso wie Frau Kreativberg nicht...)
    Ich habe übrigens Pädagogik studiert, mein Mann und ich waren uns einig, dass derjenige mit dem geringeren Gehalt daheim bleibt, das war dann ich...
    Ich kenne beide Seiten, sowohl mit Mama daheim als auch als Schlüsselkind (da war ich 6 Jahre alt und habe den halben Tag unter dem Bett verbracht, weil ich mich alleine in der Wohnung gefürchtet habe), ich fand es einfach toll, wenn ich nach Hause kam und Mama war da, es war gekocht und jemand hörte sich meine Sorgen an.
    Genauso empfinden meine Kinder, mit denen ich ein super und gar kein sprichwörtliches pubertäres Verhältnis habe. Trotzdem bin ich keine Helikoptermama sondern einfach ansprechbar, wenn "Not am Kind" ist.
    Und dass es sich finanziell nicht immer so gut ausgeht, empfinden wir alle vier als hinnehmbar.
    Ich stimme Dir voll zu, dass man den oder die anderen doch so leben lassen soll, wie sie sich entschieden haben. Ich sage zu arbeitenden Mütter doch auch nicht, dass sie deswegen Rabenmütter sind. Warum sagen diese Mütter mir, dass ich dem Staat auf der Tasche liege? Die Generation unserer Mütter musste sich rechtfertigen, wenn sie arbeiten gingen (in meinem ganzen Schulfreundinnenkreis war das EINE Mutter), heute müssen es die Daheim-Mütter...
    Lass Dich nicht verunsichern, Ihr werdet sicher auch gut für und wider abgewogen haben. Die Zeit mit den Kindern ist wichtig - und die viele gemeinsame Zeit leider endlich...
    Und nichts, wirklich NICHTS ist so kostbar, wie gemeinsame Lebenszeit mit seinen Liebsten. Ein unheilbar kranker Freund von uns beweist uns das täglich! Und da stimme ich Dir voll zu: DIESEN Vorwurf werden wir uns auf dem Sterbebett sicher nicht machen! Ich finde es schön, dass ich doch nicht soooo ganz exotisch bin mit meiner Meinung!
    Viele Grüße
    Jonna

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    1. Liebe Jonna,

      danke, dass Du Deine Meinung und Geschichte hier geteilt hast! Ich freu mich von so vielen unterschiedlichen Leuten zu lesen und festzustellen, dass ich da nicht so ganz alleine bin in meinem Denken und Tun. Das ist ein sehr schöner Gedanke :o) Ich habe mich, mit besagtem Cousin, vor wenigen Wochen sehr lange darueber unterhalten und einen Satz den er mir mit seinen ja nun doch noch relativ jungen, aber doch schon erfahrenen Jahren sagte, hat bei mir echt Eindruck hinterlassen. Er sagte, dass seine Mutter ihm kein groesseres und besseres Geschenk haette machen koennen, als zuhause zu bleiben (was sie ihr Leben lang gemacht hat). Er hat selber noch keine Kinder, konnte dennoch schon die positiven Ausmaße dieser Entscheidung seiner Mutter, erfassen und wertschaetzen. Das fand ich klasse, und es gibt mir jetzt die nötige Zuversicht, dass meine Jungs das vielleicht auch mal so als Erwachsene sehen werden.

      Wahnsinn, wie sich die Ansichten der Gesellschaft manchmal so total aendern koennen und was in der einen Generation noch die Norm war, in der naechsten schon wieder verpoehnt ist. Das kann leider nicht immer von Vorteil sein.

      Nochmals lieben Dank fuer Deine Worte, Jonna und Dir alles Liebe!

      Angela

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  7. Katrin (ohne Blog)9. Februar 2014 um 21:39

    Schön, dass ich jetzt auch einen Kommentar da lassen kann.
    Es ist eigentlich schon alles gesagt. Ich bin nun auch 9 Jahre daheim, habe dazwischen zwar immer mal wieder ein paar Stunden unterrichtet an der Schule, aber ich war und bin immer zu Hause, wenn auch die Kinder zu Hause sind. Im Moment habe ich mich noch für ein weiteres Schuljahr beurlauben lassen.
    Ich für mich, bzw. wir für uns sehen es als großes Vorrecht an, dass ich einen Beruf habe, wo ich den Stundenumfang frei wählen kann und wo ich in der Regel zu Hause bin, wenn es auch unsere Kinder sind, auch in den Ferien!
    Und wenn nicht haben wir Oma, Paten und Cousinen am Ort, wo die Kinder auch mal hin könnten, wenn Not am Mann wäre.
    Aber so hat es nicht jeder und deshalb kann ich deine Entscheidung daheim zu bleiben oder nur wenige Stunden zu arbeiten gut verstehen. Wenn Kinder da sind, muss immer einer beruflich zurück stecken, sonst leiden auf jeden Fall die Kinder.

    Außerdem, du hattest doch vor auch einen kleinen Garten anzulegen - meine Mutter, selbst nie berufstätig hat ihre Gartenarbeit immer als ihren Teil des Familieneinkommens angesehen. Und wir hatten alles im Garten, Beeren und Gemüse, das ganze Jahr frischen Salat und viel viel mehr. Samen hat sie selbst gezogen, ...auch das ist "Geld", auch wenn es nicht zu deiner Rente beiträgt.
    Aber wie das wirklich mal wird, wenn wir in Rente sind, das weiß doch heute auch keiner sicher, zumindest glaube ich nicht wirklich daran.

    Mach' es so, wie es für euch richtig ist und sich richtig anfühlt und lass' es egal sein, was die anderen meinen. Es ist dein Leben, euer Leben und ihr entscheidet. Dem Staat liegst du nicht auf der Tasche, höchstens deinem Mann und ihr beide seid euch ja einig!

    Alles Gute für euch!

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    1. Hallo Katrin,

      da hast Du natürlich wirklich Glück, dass Du so einen guten Beruf erwischt hast, der Dir all diese Flexibilität und Freiheiten gibt! Toll :o)
      Deinen Punkt mit dem Garten find ich richtig gut! So hab ich das noch gar nicht gesehen! Aber damit hast Du sicherlich recht, plus es ist etwas das ich wirklich gerne mache.....wenn auch nicht immer sooo erfolgreich ;o)

      Vielen Dank fuer Deine Meinung. Es ist wirklich extra aufmunternd, dass sich einige von Euch so positiv dazu melden!

      Alles Liebe,
      Angela

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  8. Liebe Angela,
    verstehen kann ich dich gut. In den letzten Jahren habe ich mich mit den gleichen Gedanken herum geplagt. Bei uns ist es ähnlich, wie Jonna schreibt. Das Alter der Kinder, Studium, die Entscheidung bei der Frage, wer im Job (erst einmal...oder halt auch länger) zurück tritt. Schon vor den Kindern haben wir darüber gesprochen. Weißt du, jeder hat sein Leben und seine Umstände. Wenn ihr als Paar euch einig seid, ihr mit dem Einkommen auskommt, dann ist alles gut, egal, wer was sagt. An unseren Lebensumständen, wie sie sich nun entwickelt haben (ich bin glücklich und froh, dass wir hier leben können) sehe ich jeden Tag neu,was wirklich wichtig ist, was ich alles bewirken kann und muss, auch ohne dafür monatlich bezahlt zu werden. Ihr habt viele Hürden überwunden und Prüfungen bestanden, dein Mann hat eine Arbeit gesucht und gefunden, die ihn offensichtlich auch erfüllt, deine Jungs haben sich in dieser neuen Welt eingelebt, was auch nicht leicht war, ihr habt nun endlich ein gemeinsames Heim. Denke immer an euren, nicht alltäglichen Weg ... und wer weiß, was die Zukunft noch bringt.
    Alles Liebe,
    Birgit

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Der Austausch mit meinen Lesern liegt mir sehr am ♥. Also nicht schuechtern sein, schreibt mir ein paar Worte wenn ihr wollt! Ich freu mich ueber jede Zeile!